Dienstag, 19. Juli 2011

Tag 9 – 11, Big Pauli in Little Lhasa …


Die Fahrt nach Palampur war zwar lang und anstrengend, ist aber dann doch schneller vergangen als gedacht. Wir sind gegen Mittag im Idex Camp angekommen, das an einem Fluss am Fuß des Himalayas liegt. In diesem Camp sind ungefähr 40 Freiwillige untergebracht, die den Kindern Nachhilfeunterricht geben und die Ferienzeit für die Eltern überbrücken. Es ist ein 3 stöckiges, weißes Gebäude mit einfachen, aber vollkommen ausreichend ausgestatteten Zimmern, die einen tollen Ausblick auf die Berg oder den Fluss haben. Wir haben auch Haustiere; kleine Affen turnen die ganze Zeit von Balkon zu Balkon und machen sich an aufgehängter Wäsche und anderen nicht festgemachten Gegenständen zu schaffen. Die schrecken auch nicht davor zurück in die Zimmer zu wandern und Medikamente, Essbares oder glitzernde Dinge zu klauen, konnte mir eine Mitbewohnerin versichern.

Wir haben den restlichen Samstag und den ganzen Sonntag im Camp verbracht und einfach die Seele baumeln lassen. Zur Nachmittagszeit beginnen sich immer die Wolken in den Bergen über uns zu fangen, bevor sie am Nachmittag in einem gewaltigen Schauer abregnen. So haben wir den Vormittag genutzt um 3 Stunden ein wenig umherzuwandern und die Natur zu genießen.

Achja, zu dem Zeitpunkt hatte ich auch bereits herausgefunden das man sich mit den Affen am besten nicht anlegt. Als ich auf dem Balkon ein Buch gelesen und Musik gehört habe, ist auf einmal eines der kleinen Biester neben mir aufgetaucht und hat mich angefaucht. Ich dachte mir die kann man sicher wie die Hunde einfach mit einem „ksch“ verscheuchen, aber da hab ich mich mehr als verrechnet. Der ist richtig sauer geworden und wollte mich schon anspringen. Ich hab mich dann, heldenhaft wie ich nun mal bin, einfach schnell ins Innere unseres Zimmers gerettet und die Tür hinter mir verschlossen. Als Rache hat er einen Socken von mir, den ich auf dem Balkon zum trocknen aufgehängt hatte hinunter geworfen. Tja, wenn ich dran denke das wir am Vormittag noch beobachtet hatten, wie ungefähr 10 Affen die gesamte aufgehängte Wäschen im ersten Stock fei säuberlich abgerissen haben, bin ich ja relativ glimpflich davon gekommen… Oder zumindest meine Wäsche …

Den Abend habe ich damit verbracht mit den Leuten im Camp zu plaudern und mir die Geschichten anzuhören die sie so zu erzählen hatten. So wird einem auch an so einem abgelegenen Ort nicht langweilig.

Montag morgens wurden wie von unserem Guide Raziw abgeholt und fuhren mit dem Auto Richtung Dharamsala, das auch Klein Lhasa genannt wird. Der Dalei Lama hat dort seinen Tempel und seine Residenz, seit dem er von den Chinesen ins Exil verbannt wurde. Wir checkten ins Hotel ein haben uns dann zu dritt aufgemacht das Dorf zu erforschen. Tina kam nicht mit, da sie im Camp geblieben war, um Volunteerarbeit mit den anderen zu leisten. Ich hatte ja so meine Vorstellungen von dem Ort in dem der Dalei Lama wohnt, aber ich hatte sicher nicht erwartet die bis jetzt touristisch erschlossenste Kleinstadt von Indien auf knapp 2000m zu entdecken. Hier gibt es wunderbar viele kleine Geschäfte, Restaurants die tibetische, indische und Chinesische Küche anbieten, Bars und Trekkinggeschäfte; und mitten drin der Tempel des Oberhauptes der buddhistischen Lehren.

        

Nach einem Besuch des Tempels ging es daran alle Läden auszukundschaften, und die Auswahl ist wirklich groß für eine eigentlich so kleine Stadt. Sie hat sie perfekt an die Berühmtheit angepasst, die sie durch den Lama errungen hat. Wir haben in einer Stunde mehr Touristen gesehen als alle Tage gemeinsam zuvor in ganz Indien. Das wirkt sich natürlich auch auf das Verhalten der Verkäufer aus, die sich zu einem Großteil aus Tibetern zusammensetzen. Man kann gemütlich überall hineingehen ohne gleich bestürmt zu werden. Ein großer Pluspunkt im Vergleich zu den normaler indischen Städten. Außerdem kann man überall tibetische Handwerkskunst erstehen, dass reicht von religiösen Statuen und Bilden ( die ich überaus toll finde ) über Schale und Tücher aus Yakwolle und Gebetsfahnen. Wir haben den ganzen Nachmittag in den kleinen engen Gassen verbracht bevor wir zu einem guten Abendessen mit anschließender Shisha und Cocktail in eine Bar gingen, die auf dem Dach eines der höchsten Gebäude liegt. Leider ist es durch den Monsun in der ganzen Stadt immer sehr neblig ( bzw. wolkig ), aber das macht die Temperatur mehr als angenehm. Wenn die Wolkendecke dann mal aufreißt, bietet sich ein tolles Panorama über das gesamte Tal. Hier kann man es wirklich aushalten…


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