Freitag, 6. April 2018

Face your Fear! ( Day 15 - 18 )


Song of the day: Schandmaul - 3 Prüfungen

Morning Selfie
Evening Selfie


Strecke: Maleieia to Addo National Park to Tsitsikama

Nach einer weiteren Nacht im Zelt, brachte uns der nächste Tag weiter nach Süden in den Addo Nationalpark, auch bekannt als Elephant Nationalpark. Man merkt, das wir uns jetzt auf einer Touristenroute befinden, denn die Parks in denen wir übernachten werden immer besser und moderner ausgestattet. Bis nach Cape Town folgen wir ab heute der N2, einer grossen und gut ausgebauten Autobahn, die an der Ostküste entlang führt.

In Addo haben wir uns einmal mehr mit unserem Bus auf eine kleine Safari Tour gemacht. Wie der Name des Parks schon vermuten lässt, handelt es sich großteils um ein Reservoir für Elefanten. Kurz zusammengefasst wollten Farmer dieses Land früher für Zitronen und Orangenplantagen benutzen, allerdings stehen Elefanten nun einmal auf die kleinen schmackhaften Früchte. Das führte dazu, das fast alle der Tiere geschossen würden, bis nur noch 16 in diesem Gebiet übrig waren. 2 Brüder haben darauf hin ein Stück Land gekauft, auf denen sie den Elefanten Zuflucht geben wollten, was sich allerdings als schwierig erwiesen hat, da sich die Dickhäuter neunmal wenig um Grundstücksgrenzen scherten. Also hat man sie jede Nacht zurück in das Areal getrieben, indem Feuer gelegt und Warnschüsse abgegeben wurden. Mit der Zeit haben die Tiere gelernt, welches Areal "Gut" und welches "Böse" ist. Genaue dieses, wurde dann im Laufe der Zeit immer vergrößert, bis der heutige Nationalpark daraus entstand.



Wir hatten das Glück eine Herde mit Jungen an einem Wasserloch beobachten zu können. Die Kleinen waren eindeutig noch nicht 100% den Umgang mit ihrem Rüssel gewohnt.



Die meiste Zeit kocht unser Guide Jay für uns, aber an diesem Abend stand mal ein Besuch im Parkrestaurant an. Das läuft meistens so ab, das wir ein Budget pro Person vorgegeben bekommen, und alles was darüber ist selber zahlen.

Es gab eine kleine gemischte Fischplatte, die mir ins Auge sprang. Da ich noch so gut wie keine Gelegenheit hatte auf dieser Tour fisch zu essen, war die Wahl gefallen. Leider war es auch nicht die beste Entscheidung. Die Platte bestand aus Pommes frites, gebackenen Calamari und in der Pfanne gebratenen Shrimps.... und die Shrimps waren wohl die furchtbarsten die ich jemals essen durfte. Sie waren bitter und schmeckten fast ein wenig faul sodass ich nach 3 Stück beschloss, auf den weiteren Genuß der Viecher zu zu verzichten. Yiiaack... Ich hatte kurzzeitig wirklich Angst sie wären schlecht gewesen, was mir sicher eine nicht gerade tolle Woche beschert hätte, aber zum Glück war der Koch einfach nur mies.

Meine Vermutung: Sie wurden einfach als ganzes in die Pfanne geworfen, mit Kopf, Innereien und allem was dran ist. Dadurch sind alle Bitterstoffe ins Fleisch über gegangen und haben diesen Geschmack erzeugt. OK, für mich also noch ne Regel hier: Vorsicht bei Fischgerichten in Afrika.
Am nächsten Morgen machten wir uns Richtung Tsitsikama auf, einem kleinen Nationalpark auf dem Weg nach Cape Town. Noch ca. 700 km bis zum Ende der ersten Reise. Ich schaue mit ein wenig Wehmut auf die immer kleiner werdenden Kilometer zahlen, denn mir sind alle auf unserer richtig ans Herz gewachsen. Aber noch ist die Tour ja nicht um. 

Ich habe mich für diese Teilstrecke wieder nach vorne in die Fahrer Kabine gesetzt und mit Goodman geplaudert, unserem neuen Fahrer. Lolli musste Gesundheitsbedingt frühzeitig die Tour verlassen.

Während der Fahrt habe ich viel über das Land nachgedacht. Es bietet so viele unterschiedliche Landschaften und ist dermaßen groß. Trotzdem ist fast jedes bisschen Erde in irgendeiner Art von Menschen genutzt. Wenn man von dem Nationalparks absieht, gibt es kaum unberührte Gegenden.  Es hat mich ein wenig nachdenklich gestimmt, das selbst bei der immensen Größe des Landes, so wenig Platz für unbewirtschaftete Natur bleibt. Es macht das Land für mich als Reisenden jetzt nicht weniger attraktiv, denn die Bewirtschaftung sorgt auch dafür, das das Land wohl viel Grüner ist, als das es das von Natur aus in manchen Gegenden wäre, aber für Tiere, so kommt es mir vor, bleibt auch hier dann teils wenig Platz.
Auf dem Weg nach Tsitsikama, fuhren wir durch Georgetown, eine grosse Stadt mit dem größten Handelshafen Südafrikas um später in Jeffrey's Bay für 2 1/2 Stunden Pause zu machen.

Jeffrey's Bay wäre ein Ort, in dem ich locker Urlaub verbringen könnte. Ein weiter Strand mit hohen Wellen, nette Restaurants an der Waterfront und eine ruhige Atmosphäre. Der Ort hatte für den selben Flair wie Durban, ohne dabei in irgendeiner Art bedrohlich zu wirken, wie es in der Großstadt oftmals war. Durch die längere Pause konnten wir alle ins Meer und die sonne genießen, bevor es auf die letzte Etappe für die nächsten 2 Tage ging.




Tsitsikama ist ein Teil des Garden Route Nationalpark und wir fuhren mit unserem Bus direkt an die Küste. Wir wurden mit einer der besten Aussichten von unseren Campingplatz aus belohnt. Unsere Zelte standen keine 10 Meter vom zerklüfteten Strand entfernt und der Wind peitschte die Wellen ziemlich hoch über die Felsen, die ein wenig draussen im Wasser lagen. Wir standen zeimlich lange am Holzzaun, der den Campingplatz von den Klippen trennte, und beobachteten den Sonnenuntergang und die Wellen. Ich weiss nicht warum, aber das Meer ist immer etwas, da sich beruhigt, in dessen Nähe ich mich wohl fühle. Darum freue ich mich immer über eine Übernachtungsmöglichkeit nahe der See.



Am nächsten Morgen hatten einige von uns Aktivitäten geplant. Astrid, Remu, Charlotte und Marion wurden bereits früh am Morgen abgeholt, weil sie etwas ziemlich wahnsinniges machen wollten. Einen Bungee-Sprung von der höchsten Bungee-Brücke der Welt, Bloukrans. Absprunghöhe: 216 Meter!
Astrid wollte das von Anfang an machen und hat auch versucht mich ein paar Mal zu überzeugen. Ich war allerdings nicht wirklich davon überzeugt das es eine gute Idee sein sollte, sich mich einem Stück Schnur an den Füßen eine 216 Meter hohe Brücke hinunter zu werfen. Beim bloßen Gedanken daran, hat bei mir irgendwie alles rebelliert. Also hab ich mich am Tag zuvor, als die 4 den Sprung gebucht haben, dezent im Hintergrund gehalten und mich für eine Kajaktour zu einem nahegelegenen Fluss entschieden.

Während sich die 4 also in Richtung Bloukrans aufmachten, sind wir zu viert, Connor und Meadhbh ( gesprochen Mäith ), Verena und ich, zu unserer Kajaktour aufgebrochen. C & M sind ein Paar aus Irland und echt großartig. Ich mag ihren Humor und Meadhbh Art, einfach alles ins Positive zu rücken. Auf dem Weg zu unserer Tour, sind uns viele "kleine" Nager begegnet, die sie hier Dassys nennen. Sehen ein wenig ist wie Murmeltiere und scheren sich echt wenig ob da jetzt gerade einer von uns an der Bank sitzen will oder an ihnen vorbei geht. :D



Ich war mit Verena in einem und es klappte eigentlich ganz gut mit dem steuern, solange sie nicht versuchte die Richtung selbst zu bestimmen, was meine Aufgabe war. Klingt komisch, aber so hat's uns der Guide erklärt, wer im Kajak hinten sitzt, der steuert ;)

Die Tour durch den Canyon war super und das Wasser sehr ruhig, sodass es nicht schwierig war die Kajaks zu steuern. Verena war die ganze Zeit unentschlossen, weil sie eigentlich vor hatte, mit ihrer Schwester Bungee springen zu gehen, sich aber dann im letzten Moment dagegen entschieden hatte. Jetzt ließ sie die Brücke aber nicht mehr los und sie lag mir die ganze Zeit in den Ohren, das sie doch hätte springen sollen. Allerdings auf eine zwischen uns beiden komische Art. Wir zogen und einfach damit auf.
Irgendwann kam der Moment, wo sie es ehrlich bereute, nicht zum Sprung mitgefahren zu sein und zwar nachdem wir von einem 10 Meter Felsen aus in den Fluss gesprungen waren. Sie hat damit wohl Selbstvertrauen getankt. :D



Danach versuchte sie nicht mehr aus Spass, sondern ehrlich mich dazu zu überreden, mit ihr noch auf die Brücke zu fahren. Ich hatte aber immer noch nicht wirklich ein gutes Bild von mir, da oben stehend auf einer Brücke. Ich muss euch sagen, das mich der Gedanke daran wirklich erschreckte. Am Big No-No in meinem Kopf.
Das Problem daran: ich wollte ja eigentlich, aber ich hatte einfach schiss davor. Naja... Irgendwann dachte ich mir: Scheiss drauf, was soll's.

Der Rest ist Geschichte:











PS: Ich war bis zu dem Zeitpunkt, als wir die Brücke betraten ein Häufchen nervöses Elend. Danach wurde irgendwie ein Schalter umgelegt. Sie hatten Musik bei Absprungplattform, die Arbeiter dort waren alle fröhlich drauf und es war einfach nur eine super entspannte und fun Atmosphäre. Nach dem betreten der Brücke hatte ich keine Angst mehr.
Um ehrlich zu sein: ich hatte den Spass meines Lebens :D

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