Montag, 31. März 2014

Ginebra, Gagamba und Palawan...

sind Wörter die jedem Philippino etwas sagen, denn 2 davon sind Wörter auf Tagalog ( der Sprache auf den Philippinen ) und Eines ist eine der vielen Inseln, die wir während unseres Aufenthaltes besuchen. Was sind also deren Bedeutung und vor allem deren Zusammenhang.. Wir kommen in Kürze darauf zurück, aber erst mal alles der Reihe nach.

Nach unseren Ankunft in Manila war ich - leider genau wie befürchtet -  ein Opfer des Jet Lags. Wir hatten 15 Stunden Reise hinter uns und trotzdem war es gerade einmal Vormittag, als wir an unserem Ziel ausgestiegen sind. Ich hatte nicht wirklich viel im Flugzeug geschlafen... eine angenehme Position zu finden war schwieriger als Gedacht, sogar mit der Unterstützung des Weins. So sind wir also mit ziemlich dicken Augen gelandet und von Michis Eltern und ein paar Verwandten mit dem Auto abgeholt worden. Die Fahrt nach Lumbang sollte mit ein paar Zwischenstopps für Essen und Benzin ca 3 1/2 Stunden dauern , eine zeit die ich größtenteils dahindösend verbracht habe. Wenigstens war die Klimaanlage im Auto ein Segen... Die hohe Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur von 35° machten es einem nach dem Wetter in Wien und dem langen Flug nicht gerade leicht.

Wir sind dann doch noch - nach einer gefühlten Ewigkeit - in Lumbang beim Rest von Michis Familie angekommen. Am Anfang war es für mich wieder ein wenig schwer frei heraus mit allen dort zu reden, obwohl natürlich alle super freundlich und offen waren, aber man baucht halt wieder ein paar Stunden Eingewöhnung. Nach kurzer Zeit war es aber fast so als ob ich nie weg gewesen wäre. Die kurze Scheuklappenphase war vorüber und es war toll wieder mit allen dort zu plaudern und zu erafhren, was sich so in den letzten Jahren getan hatte. Da war auch die Müdigkeit relativ schnell vergessen. Ich habe dann erfahren, dass es am Abend 2 "Graduation Feiern" geben sollte. Eine gleich die Strasse nach oben in der Grundschule von Lumbang und eine in der nächsten Stadt, Calaca. Bei dieser sollte auch mein Patenkind Jeremia seine Urkunde zur erfolgreich abgeschlossenen Grundschule erhalten und natürlich habe ich mich darauf gefreut ihn wieder zu sehn. Wer sich jetzt fragt was eine "Graduation Feier" ist.. Mir wurde es im Vorhinein so erklärt: Nach dem Abschluss der Grundschule veranstaltet die Schule eine kleine Feier, bei der den Schülern öffentlich ihre Urkunden übergeben werden und ein paar Reden gehalten werden. Soweit so klar.. Was mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, waren 2 Dinge:
  1. Das die verantwortlichen Personen bei solchen Feiern sich irrsinnig gerne selber lange reden hören
  2. Ich doch noch hundemüde war...
Nach der ersten Feier - wir waren um ca 16:30 dort und sind um 18:00 Uhr wieder gefahren - ahnte ich schon das es eine ziemlich lange Angelegenheit werden konnte, wenn wir die Feier in Calaca besuchten.. Die Schule in Lumbang war klein und ich schätze, dass ca 30 Kinder bei der Feier ihre Urkunde erhielten, allerdings haben wir die Zeremonie vor dem offiziellen Ende verlassen. In Calaca allerdings waren es sehr viel mehr, doch als wir dort ankamen, hatten sie gerade ihre Urkunden überreicht bekommen...
Puh, das ist gut, da kann der Rest ja nicht mehr lange Dauern.... Was für ein fataler Irrtum. Redner um Redner ging nach oben auf das Podest und sprach zu den versammelten Leuten, die sich übrigens nicht mal die Mühe gaben so zu tun als würden sie zuhören, nicht mal die Kinder.... Ich muss natürlich nicht erwähnen das alles auf Tagalog war und ich kein Wort verstanden habe. Nach 2 1/2 Stunden in abendlicher Hitze bin ich regelmäßig seitlich vom Stuhl gekippt! Kein Scherz.. Zum Glück war der Vater von Jeremia so freundlich gewesen uns einen Platz an forderster Front zu organisieren. Nach 3 Stunden stellten wir fest, das wir anscheinend gerade die Hälfte des geplanten Programmes hinter uns gebracht hatten...

Man hätte das ganze wirklich schnell abhandeln können, aber so scheinen diese Zeremonien eben hier abzulaufen. Michi hat erzählt er hätte mal 8 Stunden auf einer Graduation Feier verbracht. Wie dem auch sei, ich war natürlich froh das Ganze mitzuerleben und eingeladen worden zu sein, aber wir waren mittlerweile viel zu Müde um noch in den Sesseln sitzen zu können. So sind wir bereits vor dem Ende gegangen und ich konnte Jeremia leider noch nicht sehen.. Ich hoffe aber das er nächste Woche auf die Feier von Michis Opa kommt, damit ich ihm seine Geschenke geben und zur Graduation gratulieren kann.

Nach einer Nacht Schlaf wurde ich um 8 Uhr von der Karaokemaschine im Nachbarhaus geweckt. Volle Lautstärke, Gib erm! Da bleibt keiner liegen! Ausser Michi, der hat sich nicht im geringsten beim Schlafen stören lassen.

Diesen Tag habe ich einfach die Seele baumeln lassen, mich mit Michis Verwandten unterhalten und ein wenig beim Nachbarn Karaoke gesungen. Die Maschine war ja da, dass wusste ich.

Gegen späteren Nachmittag sind einige von uns an den nahen Fluss zum Schwimmen gefahren. Das Wasser war herrlich erfrischend ( obwohl ich wirklich nicht empfehlen würde daraus einen Schluck zu nehmen ) und wir sind bis weit nach Einbruch der Dunkelheit geblieben, bevor es wieder zurück zu unserem Haus ging. Dann kam der Abend ...



Dieser Abend ist der Grund für meine Überschrift. Ginebra ist ein 70 - 80 % Schnaps, der von den Philippinos in der Runde herum gereicht und abwechselnd getrunken wird. Eine Verwandte von Michi feierte ihren 18 Geburtstag und es waren viele Leute anwesend. Es wurde gelacht, getrunken, gegessen, Karaoke gesungen und noch mehr getrunken. Ich hatte schon einige Male einen Rausch dort drüben, aber das war zu viel Guten. Ich weiss nicht wie es die Leute dort schaffen,nach so einem Abend überhaupt wieder aufzustehen.


Kurz und Gut, da hab ichs übertrieben. Michi hat mich dann zurück zu unserem Haus gebracht und ins Bett gesteckt. Damit sollte doch Teil die Story erledigt sein...

Im Gegenteil: Jetzt wirds lustig. Als Michi mich ins unser Zimmer gebracht hat, sitzt dort ein an der Wand ein fette Spinne ( Gagamba ! ). Ja, philippino Größe, nich österreichische Größe. GROß! In meinem damaligen Zustand, habe ich versucht Michi klar zu machen, dass ich nicht mit so ner Spinne im Raum schlafen möchte und kann. ( You get the idea ... ) Sie hat sich dann gemütlich und langsam hinter unseren Kasten verkrochen, während sich Michi genau so gemütlich und und langsam auf das Bett gelegt hat und mit den Worten " Die frisst wenigstens die Mosquitos" eingeschlafen ist. Zugegeben, er hatte auch einiges getrunken, aber jetzt war ich auf mich alleine gestellt. Eine Idee musste her. Oja.. Na klar! Die Spinne ist hier herrinnen, also muss ich raus. Gesagt getan leg ich mich vor das Haus auf die Wiese und schlafe dort ein... Jegliche Kommentare zu dieser Aktion sind bitte zu unterlassen und werden sofort gelöscht.
Naja... Mir ist nichts passiert und ich bin nach 2 Stunden einfach aufgestanden und ins Zimmer zurück ins Bett. Die Spinne war mir nun egal ( ??? ) und ich konnte gut schlafen.

Michi hatte übrigens Recht... Im Zimmer waren keine Mosquitos, draussen auf der Wiese waren nach gezählten Stichen anscheinend keine Spinnen.

Ich wurde mit den Worten, dass wir in 45 Minuten los müssen, geweckt. Ich hatte nen riesen Kater und war gar nicht darauf erpicht wieder mit dem Auto nach Manila zu fahren. Aber wir mussten. Heute war Reise-Tag. Es ging mit einer kleinen Maschine nach El Nido, einer kleiner Stadt die auf der westlichen Insel Palawan liegt. Ich erspare die Einzelheiten der Fahrt. Mir ging es nicht sonderlich gut und der kurze aber tolle Flug konnte es nicht wirklich überschatten. Die kurze Landebahn direkt vor dem Meer und das Flughafengebäude, das aus ein paar Hütten bestand, waren allerdings wirklich ein toller Anblick. Auf dem Flughafen in Manila haben wir uns zuvor mit Bernhard getroffen, einem philippinischen Freund von uns, mit dem wir auch einen großen Teil des restlichen Urlaubs verbringen werden. Er ist ein super Kerl und wir hatten bisher immer sehr viel Spass zusammen, darum freu ich mch auch ziemlich auf die kommenden Wochen.

El Nido ist ein kleines Dorf, das vor allem früher durch seine Abgeschiedenheit und Landschaft bekannt geworden ist. Viele, teils sehr teure Resorts wurden an die abgelegenen Strände der vorgelagerten Inseln gebaut und und sind für alle empfehlenswert, die tief in den Geldbeutel greifen wollen. Für uns tut es ein kleines aber feines Hotel knapp ausserhalb der Stadt. Strom gibt es auf der gesamten Insel nur zwischen 14:30 und 06:00 Uhr und die Strassen sind teil mehr schlecht als recht ausgebaut. Aber wer achtet schon auf so etwas, wenn er so ein Panorama hat. Vom weißen Strand aus türmen sich unzählige Inseln ungefähr einen Kilometer vom Hotel enfernt aus dem Meer auf. Versteckte Buchten, wie von den Bildern bei denen einem immer der Mund offen steht, finden sich überall.

Der erste Abend in El Nido war rein organisatorischer Natur. Sich zurechtfinden, zum örtlichen Tauchshop und Tauchgänge planen, sich einleben. Der Plan war nun 3 Tage lang zu Tauchen, mit je 3 Tauchgängen pro Tag und am letzten Tag ein Boot zu mieten und sich die abgelegenen Inseln genauer anzusehen. Wir haben eine wirklich gute Tauchbasis gefunden die gut durchorganisiert und freundlich ist. Freundlich sind meistens alle auf den Pilippinen. Die Sache mit der Organisation ist ein eher streitwürdiges Thema.


Wir sind mit einem kleinen Speedboot bis an die steilen Klippen der naheliegenden Insel gefahren. Von dort aus haben wir unsere Tauchgänge gestartet. Von Tintenfischen, Schildkröten, Stachelrochen und Feuerfischen gibt es alles zu sehen was man sich als Taucher nur wünschen kann. Unser letzter Tachgang führt uns durch eine fast 40m lange, dunkle Höhle auf 12m Tiefe. Dort hindurchzutauchen war sicher einer meiner bisherigen Tauchhighlights.


Zwischen den Tauchgängen sind wir auf einsame Strände gefahren und haben uns die bereits erwähnten versteckten Buchten angesehn. Am Abend ging es dann mit dem Tricycle in die Stadt zum Fisch essen am Strand. Was soll ich sagen ... Das ist das Leben.

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